Freitag, 2. März 2012

I am in love...

with Myanmar.
Seit ich hier bin habe ich endlich verstanden, warum die Menschen die man trifft immer so begeistert von diesem Land erzählen.  Es ist einfach wundervoll.
Leider ist es wirklich schwierig, die Atmosphäre hier mit Worten oder Bildern einzufangen. Am besten fahrt ihr selbst her und sehr es euch an. Versuchen werde ich es trotzdem mal.

Hier gehen die Uhren noch ein bisschen anders. Es kommt mir ein wenig vor, als würde man eine Zeitreise in die Vergangenheit unternehmen, aber dann auch wieder nicht, denn Dinge wie Autos oder Internet gibt es hier natürlich auch. Geldautomaten sind seit den Sanktionen aus dem Westen nicht mehr vorhanden, so dass man mit genügend Dollars einreisen muss – aber wehe, diese haben einen Knick, einen Riss oder sind älter als von 2006, dann kann man sie nicht mehr tauschen.
Telefonzellen sehen hier so aus:

Die Annahme, dass nur Schotten Röcke tragen würden, ist eindeutig falsch. Ein Großteil der Burmesen läuft mit traditionellen, häufig karierten, knöchellangen Röcken herum. Die Frauen übrigens auch.

Man kann hier Einflüsse aus vielen verschiedenen Ländern feststellen, vor allem viel indisches, gerade beim Essen. Ein wirklicher Schmelztiegel ist Myanmar aber nicht, dafür verschmelzen die Einflüsse nicht genügend.

Natürlich gibt es auch in Myanmar genügend anzusehen, zum Beispiel die vielen schönen alten Kolonialbauten, von denen einige bereits verfallen, den schwebenden, goldenen Felsen (der leider so weit ab vom Schuss liegt, dass ich dort wohl nicht mehr hinkomme), die vielen Tempel von Bagan oder die  berühmte Shwedagon Pagode (wirklich sehr sehr schön).
Das Beste allerdings ist die Warmherzigkeit der Menschen, von der sich der Rest der Welt gern eine Scheibe abschneiden könnte.

Hier kann man sich gar nicht verlaufen, weil man Hilfe bekommt, sobald man nur auf den Stadtplan  guckt. Neulich hat der Taxifahrer Ruth, die kein Geld mehr dabei hatte, umsonst nach Hause gefahren. Die Mönche kommen auf uns zu und wollen sich unterhalten, genauso wie einige junge Leute, die Englisch können. Wir tauchen vermutlich bald in der Hälfte der burmesischen Fotoalben auf, weil alle immerzu Fotos mit uns machen wollen.

Ich bereue wirklich, dass ich nicht viel mehr Zeit hier verbringen kann. Hoffentlich kann ich bald wiederkommen.



Hier ticken die Uhren anders..

Überall in Yangon gibt es Handleser

Wunderschön: die Shwedagon Pagode







Montag, 27. Februar 2012

Road to Mandalay

Passender Soundtrack dieses Mal von Robbie Williams.

Obwohl eigentlich geht es erst mal nach Yangon (Rangun) und dann ein bisschen durch Myanmar (Burma).
Das stand ja gar nicht auf meinem Plan, als ich nach Asien gekommen bin.
Nachdem das Militär den Aufstand der Mönche vor ein paar Jahren so blutig niedergeschlagen hat, hatte ich nicht unbedingt das Bedürfnis, dorthin zu fahren.
Aber jetzt gibt es gerade einen Wandel, im April sind Wahlen und die Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi, die eine Ewigkeit unter Hausarrest stand, darf kandidieren.
Wie tiefgreifend diese Reformen sind, wie viel sich tatsächlich ändern wird, daran zweifeln viele.
Quasi das perfekte Studienobjekt für jemandem mit meinem Studium.
Und wahrscheinlich die interessanteste Zeit, um sich das Land anzusehen und darum hab ich nun zehn Tage Myanmar dazwischengeschoben.
Vorläufige Route ist Yangon- Bagan- Mandalay- Inle Lake- Yangon- Bangkok
Ob das so bleibt, mal sehen. Ist immer super, flexibel zu sein.
Werde versuchen, den Blog upzudaten, kann aber gut sein, dass es ein bisschen schwierig wird mit dem Internet, also wundert euch nicht, wenn ihr erst am 11. wieder was von mir hört.

Samstag, 25. Februar 2012

5 Reasons to leave Koh Tao


Das Foto ist nicht verkehrt rum, so sieht das nämlich aus wenn man unter der Palme liegt..

1) Zeit
Es gibt so viel zu sehen auf der Welt und wenn man zu lange an einem Platz bleibt, verpasst man so viel anderes. So viele Länder, wo ich unbedingt noch hin will. Auswandern nach Koh Tao stand eigentlich nicht auf dem Plan...

2) Visum
Wenn man über Land nach Thailand einreist, bekommt man nur ein 14 oder 15 Tage Visum. Kein Problem, dachte ich. Das reicht doch locker für einen Tauchkurs, eine kleine Inseltour und dann einen Abstecher nach Koh Phangan oder Koh Samui. Stattdessen läuft morgen mein Visum aus und ich hab noch keinen Zentimeter von den anderen Inseln gesehen, weil ich einfach die ganze Zeit hier war.


3) Geld
Wo Touristen sind, ist Geld. Und das wollen dann auch alle haben. Koh Tao ist der bisher teuerste Ort meiner Reise, was sicher auch daran liegt, dass ich nach dem Meditationskurs mal ein kleines Gegenprogramm brauchte. Man kann sicherlich auch noch etwas billiger davonkommen, aber alleine das Tauchen kostet schon eine Stange Geld.

4) Das Arche Noah Phänomen
Als die Arche Noah die Sintflut überstanden hatte, strandete sie auf Koh Tao. Eindeutig. Hier gibt es Menschen nur im Doppelpack. Kein Wunder, denn wie Alex so schön kommentierte: This place is too romantic to stay here by yourself. Stellt euch Ikea an einem Samstagvormittag vor – nur ungefähr dreimal so schlimm. Okay, natürlich übertreibe ich ein wenig, um das Ganze anschaulicher zu machen. Es gibt immer noch genug charmante Männer, die mir ständig anbieten, auf ihren Motorrädern mitzufahren.

5) Um wiederzukommen
Man kann schließlich nur zurückkommen, wenn man mal weg war. Logisch, oder?

Freitag, 24. Februar 2012

Ha Ha Hai


Sowas kann auch nur mir passieren: die Haie, die Alex und ich neulich beim Schnorcheln gesehen haben, sind gar keine Walhaie. Es sind echte Haie, so „kleine“ Reef Sharks.
Weil alle Leute immer nur von den Whale Sharks gesprochen haben, dachte ich, es gäbe nur die hier. Nix da, wie ich heute feststellte, als ich auf dem Boot das Fischbestimmungsbuch angesehen habe. Es waren echte Haie, zwar nur an die zwei Meter groß und angeblich ungefährlich ( so viel zum Thema Mutprobe) aber man weiss ja nie. Gut, dass ich das nicht wusste, als ich da schnorcheln war. Schon cool.

Ein bisschen traurig war ich allerdings doch, denn ich hätte so gerne einen Whaleshark gesehen, von dem immer alle schwärmen.
Heute war mein letzter Tauchgang und wieder mal absolut beeindruckend. Einen riesigen Schwarm Barracudas haben wir gesehen und einen Scorpionfish entdeckt, der aussieht wie ein Stein. Wie cool, als er sich dann bewegte. Und als wir wieder auf dem Boot waren, kommt diese Gruppe Franzosen aus dem Wasser und erzählt, dass sie einen Whaleshark gesehen haben (ziemlich ungewöhnlich hier). Boah, wir wären am liebsten sofort wieder reingesprungen.
Darf man leider nicht, man muss zwischen den Tauchgängen immer eine Pause machen.
Also saßen wir eine Stunde auf dem Boot fest und hielten immer Ausschau.
Endlich durften wir wieder ins Wasser (ich hatte mich natürlich längst entschieden, den zweiten Tauchgang auch noch zu machen). Ein großer Schritt vom Boot und los gings.
Leo hatte uns erzählt, dass die Whalesharks meistens Achten schwimmen und quasi in der Nähe bleiben. Wir sind dann quasi an der Stelle wieder tauchen gegangen, wo er zuletzt war und in einem großen Kreis getaucht. 5 Minuten, 10 Minuten, 20 Minuten.. nichts.
30 Minuten, 40 Minuten.. langsam wird die Luft knapp, wir schwimmen Richtung Boot.. immer noch nichts.
Und dann, als wir eigentlich schon dabei sind, aufzutauchen, schüttelt mich Oscar auf einmal am Arm und da ist er. Direkt neben uns. Mehr als doppelt so groß wie ich, bestimmt 4 Meter und mit einem wunderschönen Muster. Für seine Masse bewegt er sich geradezu anmutig. Ich zeige ihn Diana und Leo hat ihn sowieso schon gesehen und so schnell es geht, schwimmen wir hinterher.
Zum Glück ist er nicht so schnell und nicht so tief und was für ein Glück, unsere Luft reicht auch noch, um ein Stück mitzutauchen. Ich schwimme neben ihm her und bewundere ihn aus nächster Nähe. Anfassen darf man ihn nicht (sowieso nichts unter Wasser), aber das braucht man auch gar nicht. Was für eine Schönheit diese Welt besitzt, fasziniert mich immer wieder. So bin ich also doch noch zum meinem Whaleshark gekommen - manchmal muss man auch Glück haben.


PS: Hier gibts auch einen Bericht dazu (am Shark Bay wohne ich übrigens :-)
Sowieso ein empfehlenswerter Blog.

Und hier gibts auch ein Bild vom Whaleshark (wenn man weiss, wie er aussieht, ist es schwer, ihn zu verwechseln haha)