Lärm, dreckige Luft, schweisstreibende Hitze.
Menschenmassen. Viel zu viel Verkehr.
Ständig Leute, die einen über den Tisch ziehen wollen oder einem zumindest etwas verkaufen wollen.
Besoffene Vollidioten wie am Ballermann.
Hello Khao San Road.
Willkommen zurück in Bangkok.
Diese Stadt trifft einen wie ein Schlag ins Gesicht.
Am Sonntag kam endlich mein Bruder an und natürlich gab es gleich Action.
Eigentlich wollten wir nur mit ein paar Leuten Abendessen gehen und danach ein Bier trinken.
Das haben wir auch gemacht. Aber dann kam Andy, betrunken wie er schon war, auf die dumme Idee, mit den Beertowers zu posen und damit durch die Gegend zu laufen und natürlich ließ er einen fallen.
Nun sind das nur so riesige Plastikgefäße und das sollte alles nicht so wild sein, aber er ging dabei kaputt und dann wollten die 3.000 Baht dafür haben (75 Euro etwa), ein einziger Witz.
Und auf einmal war Andy dann verschwunden und wir wussten nicht, ob er jetzt Geld holen wollte oder sich aus dem Staub gemacht hatte. Eine halbe Stunde saßen wir also da und warteten und warteten und wussten nicht, was wir jetzt machen sollten. Irgendwann entschlossen wir uns zu gehen, aber Brad war eine Sekunde zu langsam und sie hielten ihn da fest, mitsamt seiner Tasche, in der auch sein Pass war.
So, da standen wir nun, ein paar Meter entfernt und wussten nicht, ob wir zurückgehen sollten (dann hätten sie uns sicherlich auch dabehalten) oder lieber die Touri-Polizei rufen. Wir entschieden uns für letzteres und machten uns auf den Weg zum Hostel.
Um die lange Geschichte ein wenig abzukürzen:
Andy kam tatsächlich mit dem Geld zurück, sie ließen beide gehen und Brad holte uns schon auf dem Rückweg ein. Er hat uns aber dann auch erzählt, dass sie ihn ernsthaft mit dem Schlagstock bedroht haben und er da nicht mehr weggekommen wäre.
Eine weitere verrückte Story von der Khao San.
Definitiv nicht mein Lieblingsort.
Montag, 12. März 2012
Sonntag, 11. März 2012
Bye Bye Burma
Sonnenuntergang und Sonnenaufgang ansehen, die Fischer mit ihrer berühmten Bein-Ruder-Technik beobachten, die Katzen in der Jumping Cat Monastry versuchen bei ihren Sprüngen zu fotogafieren, die schwimmenden Gärten inspizieren, an den auf Stelzen gebäuten Häusern vorbeifahren, den Markt ansehen.
Ich vermisse Burma und die Menschen jetzt schon. Die zehn Tage hier waren definitiv nicht genug.
Samstag, 10. März 2012
Last days
Beim Inle Lake dann sind wir sogar noch früher aufgestanden (gegen 5) und haben uns den Sonnenaufgang auf dem See angesehen. Dadurch konnten wir nicht nur die Fischer bei ihrer Arbeit beobachten und als erstes auf dem Markt sein, sondern hatten auch verhältnismäßig viel Ruhe vor den anderen Touristen und den lauten Booten.
In Yangon auf dem Weg zum Flughafen gab es dann Aerobicklassen im Park und ähnliches zu beobachten.
Trotz meines Hasses aufs Frühaufstehen muss ich also zugeben, dass es sich doch ab und zu mal lohnt.
Sowohl Bagan als auch Inle Lake waren wunderschön und es fiel mir heute sehr schwer, Myanmar zu verlassen.
Ein Gutes hat es aber: in Bangkok ist mein Blog nicht mehr zensiert und das Internet ist schnell genug, so dass ich endlich ein paar Fotos hochladen kann. Zu den alten Beiträgen hab ich schon welche hinzugefügt, scrollt einfach mal runter.
Hier noch ein paar Bilder aus Bagan:
Samstag, 3. März 2012
The fear is gone
Die wesentlichste Veränderung im Land: die Burmesen haben keine Angst mehr.
So viele Jahre lang haben sie unter dem brutalen Militärregime gelitten. Aufstände wurden blutig niedergeschlagen, die Menschen wurden von konstant von ihrer eigenen Regierung bespitzelt und über Politik konnte man nicht offen reden. Es ist unklar, was sich verändern wird, aber heute wird vollkommen klar, dass sich bereits einiges verändert hat.
Das die Zeit der Angst nun vorbei sein soll, scheint wie ein Wunder. Die Regierung hat Reformen eingeleitet und politische Gefangene freigelassen. Und unglaublicherweise Aung San Suu Kyi aus ihrem Hausarrest entlassen und ihr erlaubt, für die Anfang April stattfindenden Nachwahlen zu kandidieren. Was diese Frau durchlebt hat und wie sie praktisch ihr ganzes Leben aufgegeben hat, um für Demokratie zu kämpfen, ist schier unfassbar.
Ihr an Krebs erkrankter Mann starb in England, während sie in Burma ausharrte (die Regierung hätte ihr nicht erlaubt, wieder einzureisen). Etwa 15 Jahre ihres Lebens verbrachte sie im Hausarrest. Ihre Geschichte scheint fast übermenschlich, und die Menschen hier verehren sie wie eine Heilige.
Wir fahren zu ihrem Wahlkampfauftritt. Die Motorradtaxi-Fahrer geben uns einen Sonderpreis und schenken uns kleine Fahnen mit dem Logo der NLD (National League for Democracy).
Überall hupen die Menschen und winken uns und lächeln uns voller Begeisterung an. Die Fahrt zu dem Platz gleicht einer kleinen Völkerwanderung. Autos, Motorräder, Fahrräder und wer nichts davon hat, läuft eben zu Fuß.
Dort angekommen heißt es Warten. Eine Stunde, zwei Stunden, drei Stunden. Die Menschen verstopfen die Straßen vom Flughafen zum Auftrittsort und alle die nicht dabei sein können, stehen vor ihren Häusern, um wenigstens einen kurzen Blick auf sie werfen zu können. Gegen Mittag heißt es, jetzt sei sie in der Nähe angelangt. Trotzdem braucht der Tross noch weitere zwei Stunden, um endlich anzukommen. In der Zwischenzeit hat es zu regnen angefangen – ein absolutes Kuriosum, denn eigentlich beginnt im März die heißeste Zeit des Jahres mit Temperaturen um 40 Grad und höher. Niemand weicht von der Stelle. Am besten dran sind die Mönche, da sie sich einfach die Enden ihrer Roben um den Kopf schlingen können. Das Feld füllt sich und füllt sich und die Menschenmassen sind vollkommen unübersichtlich geworden.
Und schließlich ist sie da. Was für eine Frau! Wunderschön und so viel jünger sieht sie aus, als sie in Wirklichkeit ist. Eine wahnsinnig starke Ausstrahlung. Und gleichzeitig so klein und zart und zerbrechlich, dass man sich Sorgen macht. Der Wahlkampf hat bereits Spuren hinterlassen, sie fühlt sich nicht wohl und muss vor Schwäche ihre Rede unterbrechen, bevor sie fertig sprechen kann. Hoffentlich ist es nichts Ernsteres. Ein wahnsinnig netter und hilfreicher burmesischer nglischlehrer übersetzt Teile ihrer Rede für uns.
Was für ein Erlebnis.Wir lassen uns mitreissen von der Freude der Menschen, die singen und tanzen und Fahnen schwenken. Strahlende Gesichter, wohin man schaut.
Niemand hier sieht so aus, als ob er noch Angst hätte vor dem brutalen Regime.
So viele Jahre lang haben sie unter dem brutalen Militärregime gelitten. Aufstände wurden blutig niedergeschlagen, die Menschen wurden von konstant von ihrer eigenen Regierung bespitzelt und über Politik konnte man nicht offen reden. Es ist unklar, was sich verändern wird, aber heute wird vollkommen klar, dass sich bereits einiges verändert hat.
Das die Zeit der Angst nun vorbei sein soll, scheint wie ein Wunder. Die Regierung hat Reformen eingeleitet und politische Gefangene freigelassen. Und unglaublicherweise Aung San Suu Kyi aus ihrem Hausarrest entlassen und ihr erlaubt, für die Anfang April stattfindenden Nachwahlen zu kandidieren. Was diese Frau durchlebt hat und wie sie praktisch ihr ganzes Leben aufgegeben hat, um für Demokratie zu kämpfen, ist schier unfassbar.
Ihr an Krebs erkrankter Mann starb in England, während sie in Burma ausharrte (die Regierung hätte ihr nicht erlaubt, wieder einzureisen). Etwa 15 Jahre ihres Lebens verbrachte sie im Hausarrest. Ihre Geschichte scheint fast übermenschlich, und die Menschen hier verehren sie wie eine Heilige.
Wir fahren zu ihrem Wahlkampfauftritt. Die Motorradtaxi-Fahrer geben uns einen Sonderpreis und schenken uns kleine Fahnen mit dem Logo der NLD (National League for Democracy).
Überall hupen die Menschen und winken uns und lächeln uns voller Begeisterung an. Die Fahrt zu dem Platz gleicht einer kleinen Völkerwanderung. Autos, Motorräder, Fahrräder und wer nichts davon hat, läuft eben zu Fuß.
Dort angekommen heißt es Warten. Eine Stunde, zwei Stunden, drei Stunden. Die Menschen verstopfen die Straßen vom Flughafen zum Auftrittsort und alle die nicht dabei sein können, stehen vor ihren Häusern, um wenigstens einen kurzen Blick auf sie werfen zu können. Gegen Mittag heißt es, jetzt sei sie in der Nähe angelangt. Trotzdem braucht der Tross noch weitere zwei Stunden, um endlich anzukommen. In der Zwischenzeit hat es zu regnen angefangen – ein absolutes Kuriosum, denn eigentlich beginnt im März die heißeste Zeit des Jahres mit Temperaturen um 40 Grad und höher. Niemand weicht von der Stelle. Am besten dran sind die Mönche, da sie sich einfach die Enden ihrer Roben um den Kopf schlingen können. Das Feld füllt sich und füllt sich und die Menschenmassen sind vollkommen unübersichtlich geworden.
Und schließlich ist sie da. Was für eine Frau! Wunderschön und so viel jünger sieht sie aus, als sie in Wirklichkeit ist. Eine wahnsinnig starke Ausstrahlung. Und gleichzeitig so klein und zart und zerbrechlich, dass man sich Sorgen macht. Der Wahlkampf hat bereits Spuren hinterlassen, sie fühlt sich nicht wohl und muss vor Schwäche ihre Rede unterbrechen, bevor sie fertig sprechen kann. Hoffentlich ist es nichts Ernsteres. Ein wahnsinnig netter und hilfreicher burmesischer nglischlehrer übersetzt Teile ihrer Rede für uns.
Was für ein Erlebnis.Wir lassen uns mitreissen von der Freude der Menschen, die singen und tanzen und Fahnen schwenken. Strahlende Gesichter, wohin man schaut.
Niemand hier sieht so aus, als ob er noch Angst hätte vor dem brutalen Regime.
Die
Mönche, die noch vor wenigen Jahren bei den Protesten ihr Leben
riskiert haben, sind alle dort und strahlen so überglücklich, dass ich
mich frage, ob ich jemals so glückliche Menschen gesehen habe. Ein Tag,
den ich niemals vergessen werde.
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