Montag, 12. Dezember 2011

Naturgesetze

Irgendwo in diesem Universium gibt es anscheinend Kräfte, denen es besonderen Spaß macht, Leute zu ärgern -beim Reisen zeigt sich das sehr deutlich ;-) Hier mal ein paar von diesen "Naturgesetzen":

1) Wenn man zuhause ist, hat man Fernweh. Wenn man dann unterwegs ist, hat man Heimweh. Zuhause freut man sich, zurück zu sein, nur um anschließend wieder Fernweh zu kriegen.

2) Bevor es losgeht, ist es am schlimmsten. Kennt ihr das Gefühl, dass man den Kopf gar nicht frei hat für eine Reise? Man muss noch so viel erledigen und dann trifft man seine Lieben alle nochmal und auf einmal weiss man gar nicht mehr, wieso man eigentlich weg wollte. Und alle wundern sich, warum zum Teufel man sich jetzt gerade nicht freut, schließlich geht es doch bald los. (Zum Glück geht das Gefühl meistens auf dem Flug wieder weg).

3) Man hat immer was dabei, was man nicht braucht. Dafür fehlt meistens irgendetwas, was man dringend gebraucht hätte - an das man vorher trotz tausender Listen nicht gedacht hat.

4) Als Single trifft man gefühlte Ewigkeiten niemanden, der auch nur annährend interessant ist. Dafür dann aber unter Garantie kurz bevor man fährt.

5) Der Koffer (beziehungsweise der Rucksack) ist immer zu klein. Immer. Spätestens auf dem Rückweg.

Samstag, 5. November 2011

Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte..

Eins meiner absoluten Lieblingsgedichte, das ich in Argentinien entdeckt habe (Borges ist einer der bekanntesten argentinischen Autoren) und über das ich gerade wieder gestolpert bin, ist Instantes. Ich möchte niemals dasitzen und denken, dass ich alles anders gemacht hätte, wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte - und dieses Gedicht ist eine gute Erinnerung daran.
In der spanischen Fassung (weil es so schön klingt) und in einer übersetzten deutschen Fassung (es scheint nur die zu geben, auch wenn es offensichtlich keine 1:1 Übersetzung ist):

Instantes
Jorge Luis Borges
Si pudiera vivir nuevamente mi vida.
En la próxima trataría de cometer más errores.
No intentaría ser tan perfecto, me relajaría más.
Sería más tonto de lo que he sido, de hecho
tomaría muy pocas cosas con seriedad.
Sería menos higiénico.
Correría más riesgos, haría más viajes, contemplaría
más atardeceres, subiría más montañas, nadaría más ríos.
Iría a más lugares adonde nunca he ido, comería
más helados y menos habas, tendría más problemas
reales y menos imaginarios.

Yo fui una de esas personas que vivió sensata y prolíficamente
cada minuto de su vida; claro que tuve momentos de alegría.
Pero si pudiera volver atrás trataría de tener
solamente buenos momentos.
Por si no lo saben, de eso está hecha la vida, sólo de momentos;
no te pierdas el ahora.

Yo era uno de esos que nunca iban a ninguna parte sin termómetro,
una bolsa de agua caliente, un paraguas y un paracaídas;
Si pudiera volver a vivir, viajaría más liviano.
Si pudiera volver a vivir comenzaría a andar descalzo a principios
de la primavera y seguiría así hasta concluir el otoño.
Daría más vueltas en calesita, contemplaría más amaneceres
y jugaría con más niños, si tuviera otra vez la vida por delante.
Pero ya tengo 85 años y sé que me estoy muriendo.

Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte ...

von Jorge Luis Borges


Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte,
im nächsten Leben würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.
Ich würde nicht so perfekt sein wollen,
ich würde mich mehr entspannen,
ich wäre ein bischen verrückter, als ich es gewesen bin,
ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen,
ich würde nicht so gesund leben,
ich würde mehr riskieren,
würde mehr reisen,
Sonnenuntergänge betrachten,
mehr bergsteigen,
mehr in Flüssen schwimmen.

Ich war einer dieser klugen Menschen,
die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten;
freilich hatte ich auch Momente der Freude,
aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,
würde ich versuchen, nur mehr gute Augenblicke zu haben.
Falls du es noch nicht weisst,
aus diesen besteht nämlich das Leben.
Nur aus Augenblicken;
vergiss nicht den jetzigen.

Wenn ich noch einmal leben könnte,
würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen.
Und ich würde mehr mit Kindern spielen,
wenn ich das Leben noch vor mir hätte.
Aber sehen Sie ... ich bin 85 Jahre alt und weiss,
dass ich bald sterben werde.



Donnerstag, 3. November 2011

Berlin

So, morgen geht es für einen Monat nach Berlin, Praktikum bei der dapd.
Ganz komisches Gefühl, da es sich jetzt schon irgendwie nach Abschied anfühlt.
Hab mich gestern nochmal von meiner alten WG und von Ina verabschiedet.
Da ich nach Berlin nur noch ein paar Tage nach Hause komme und nach der Reise auch nicht mehr lange hier bin, fühlt sich das schon sehr nach einem dauerhaften Abschied ab. Obwohl ich sicher öfter mal da bin, schließlich wohnen die meisten von meinen Freunden und meine Familie hier.
Am Wochenende war ich auf der Landesmitgliederversammlung der Grünen Jugend Nds, deren Sprecherin ich bis vor einem halben Jahr noch war. Vermutlich die letzte LMV für mich in den nächsten zwei Jahren - und der Abschied von einigen Leuten hat doch ein ganz schön trauriges Gefühl hinterlassen.
Vor lauter Stress komm ich aber gar nicht groß dazu, darüber nachzudenken.
Auch die Vorfreude auf die Reise kommt noch nicht so richtig, dafür ist vorher noch viel zu viel zu tun.
Hoffentlich dann wenn ich im Flieger nach Bangkok sitze :-)
Hab ja echt Glück gehabt, dass ich nicht einen Monat eher fahre - was man von den Überschwemmungen in den Nachrichten so gesehen hat, war ja echt heftig.

PS: Rucksack (55 Liter) ist fast fertig gepackt und momentan bei 11 Kilo. Ich vermute, dass es 13 werden, wenn die Reiseapotheke etc drin ist. Das sollte ich aber noch tragen können ;-)

Freitag, 21. Oktober 2011

DIe Zeit fliegt

Oje, noch weniger als acht Wochen und dann sitze ich im Flieger nach Bangkok.
Ich kann es ehrlich gesagt noch nicht so richtig glauben.
Vor allem wird mir grade doch etwas mulmig, weil ständig Leute sagen, dass sie ja NIE alleine fahren würden. Ja, ich hätte gerne jemanden dabei- eine gute Freundin vielleicht oder den tollsten Mann aller Zeiten. Leider sind die irgendwie alle anderweitig beschäftigt, haben kein Geld, keine Zeit oder existieren gar nicht..
Also bleibt nur alleine oder gar nicht, und da ist doch irgendwie klar, wie ich mich entscheide, oder?

Bis zum Abflug ist noch viel los:
- Umziehen (meine Sachen sind alle schon bei meinen Eltern, fehlen noch die Möbel)
- meine Master-Bewerbung (inklusive Motivationsschreiben und Empfehlungsschreiben) fertigstellen
- mein Praktikum bei der dapd in Berlin
- noch 7 von 9 Impfungen
- Zahnarzttermin, allgemeiner Check beim Arzt, Friseur
- die Hochzeit von  ♥ Cora und Seb 
- mindestens 4 wichtige Geburtstage
- mein noch fehlendes Equipment besorgen
- jede Menge Bankangelegenheiten
-  Probepacken
- ein paar politische Veranstaltungen

Aber es wird jeden Tag weniger, irgendwie klappt das alles schon.
So langsam kommt die Vorfreude :-)